Hundesport-Team Lydia & Akasha


Akasha von Blomendal  ist  12,5  Jahre alt
und eine rüstige Seniorin. Dieses Jahr tritt
sie    vom   Vorruhe-  in   den   endgültigen
Ruhestand.  Aus  diesem  Anlaß   hier   ihre
Geschichte:
Solange Lydia denken kann, wünschte sie sich einen Hund. Ein Collie-Deutscher Schäferhund-
Mischling sollte es sein. Als Lydia um die 40 Jahre alt war, wurde der Hundewunsch konkret: Ihr
Mann war einverstanden, Haus und Garten standen zur Verfügung und in ihrem Job wechselte sie
auf eine Halbtagsstelle. Durch Zufall entdeckte Lydia auf einem Hundebuch-Umschlag das Bild eines
Belgischen Schäferhundes Tervueren. Den Collie-DSH-Mix gab es also schon "fertig". So ein Hund
sollte es sein. Optisch entsprach er genau ihren Vorstellungen und was sie über das Wesen der Rasse
Tervueren gelesen hatte, paßte auch .

Über den VDH holte sie sich Informationsmaterial und im Frühjahr 1991 war es dann soweit: Am
12.April erblickte Akasha dasLicht der Welt und am 07.Juni auch das des Hauses
"Lydia und Wolfgang".

Der kleine Hund stellte das Familienleben ganz schön auf den Kopf, denn er hatte selbigen eigenen!
Stolz und selbständig übernahm er die Kontrolle über Haus, Garten und beinahe auch Lydia! Sie
brauchte dringend Hilfe: Über das Tierheim Süderstraße bekam sie den Tip, sich an den Hundeverein
NPSV-Altona zu wenden. So kam es, dass Lydia und "Kashe" bereits im August 1991 auf dem
Hundeplatz trainierten.

Als die Hündin 10 Monate alt war, im Februar 1992, wechselten sie von der Gruppen- in die
Einzelausbildung. Hier gerieten sie an Tiertrainerin Cornelia Romanowski, die die erste war, die
Lydia und "Kashe" wirklich geholfen hat, ein Team zu werden. Bereits im Herbst (Akasha war
1,5 Jahre alt) absolvierten sie ihre erste Begleithundprüfung.

Parallel zum Gehorsam wurden die zwei in die ganze Welt des (damaligen) Hundesports eingeführt.
Turnierhundsport, genauso wie Fährtensuchen und Schutzdienst standen auf Lydias und Akashas
"Arbeitsplan". In allen Bereichen zeigte sich die Hündin motiviert und lernte gern und schnell.
Anfang 1993 gaben die zwei dennoch den Schutzdienst auf, denn die Hündin zeigte im erweiterten
Training Nervenschwächen auf, die sie für diesen Sportbereich damals als "schwer erziehbar"
darstellte.

Mit 2,5 Jahren, im Herbst 1993, startete Akasha mit ihrer Besitzerin auf einem Pokalkampf des
NPSV Altona im Gehorsam der Schutzhundprüfung 1 (erste Stufe), denn darin war sie gut! Zwischen
1993 und 1995 bestand die Tervuerin noch weitere sechs Begleihundprüfungen (fünf Mal mit
Cornelia R., denn dann klappte es noch besser als mit Frauchen!). Nach Aufgabe der
Schutzdienst-Ausbildung, vernachlässigte Lydia auch die Fährtenarbeit und konzentrierte sich nun
auf Turnierhundsport. 1993 bestritten sie zwei Vierkämpfe mit guten Ergebnissen!

1994, als "Kashe" drei Jahre alt war, bekam sie ihre ersten Welpen und machte somit eine Sport-Pause.
Im Spätsommer desselben Jahres folgte dann ein weiterer Vierkampf -und es sollte der letzte sein...
Akasha hatte "Turnier-Luft" geschnuppert und war noch aufgedrehter, als bei ihren ersten Starts:
Sie rannte und bellte so sehr sie konnte, nahm dabei nur leider weder die zu nehmenden Hindernisse
noch die Kommandos ihres Frauchens war... Lydia verzweifelte und gab auch diesen Sport auf...
Im September bestanden sie eine Prüfung "wie für Akasha gemacht": Bei der Ausdauerprüfung
(20 km am Fahrrad laufen) konnte der Power-Hund all sein Temperament ausleben!

Im Juli 1995 folgte Akashas zweiter Wurf, aus dem Lydia die Hündin "Bagheera" behielt.
Kurze Zeit später fing eine damals neue Sportart an, sich im NPSV Altona niederzulassen: Agility.
Auf der Suche nach neuen Herausforderungen waren Lydia und "Kashe" von Anfang an dabei.
Die oft ungezügelte Arbeitsfreude der Hündin setzte sich auch in dieser Sportart fort: Akasha schaffte
es in vier Jahren Agility-Laufbahn (erster Start im Frühjahr 1998), trotz sehr schneller Laufzeiten,
niemals fehlerfrei durch den Parcour zu kommen! Sie war wirklich sehr schnell und wenn Frauchen
nicht hinterherkam, suchte sie sich den Weg selbst (nicht immer den richtigen!). Dadurch konnten
sie sich nie für höhere Prüfungsstufen qualifizieren...

Im Sommer 1997, Akasha war nun 6 Jahre alt, bekam sie ihre dritten und letzten Welpen.
Seit 1999 startete sie im Agility in der Senioren-Klasse. Hier hatte sie im Mai 2002, im Alter von
11 Jahren, ihren letzten Start. Ein allerletztes Mal holte Lydia ihre Seniorin im September 2003 für
einen Hindernislauf (Turnierhundsport) an den Start: Der Oldie-Cup des VfG Mölln sollte der
Abschluß werden. Eigentlich ist "Oldie" in diesem Fall für das Menschen-Alter gedacht, aber Lydia
fand, das sei der passende Titel für Akashas Verabschiedung aus dem Hundesport.

Da "Kashe" trotz ihrer 12,5 Jahre immer noch recht fit und vor allem arbeitseifrig ist, nimmt Lydia
mit ihr weiterhin ca. ein Mal pro Woche am Agility-Training teil. Die Hürden werden auf niedrigste
Stufe gestellt, Fehler werden ihr zugestanden und ihr Lieblingsspielzeug, den Ball, darf sie dabei in
der Schnauze halten. Hauptsache, der Hund hat Spaß!

A. I. B. F